Ratgeber für ältere Menschen nach einem Oberschenkelbruch

Broschüre mit Erläuterungen und Anleitungen, 20 Seiten mit farbigen Abbildungen

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Über die Broschüre

Die Hüftfraktur ist eine der häufigsten Verletzungen älterer Menschen. Jedes Jahr erleiden allein in Deutschland fast 100.000 Menschen einen Bruch des Hüftgelenkes. Damit zählen Hüftfrakturen zu den wichtigsten Gründen in ein Krankenhaus aufgenommen zu werden. Noch vor 20 Jahren galt eine Hüftfraktur oft als der Anfang vom Ende. Durch die Verbesserungen in der Behandlung gelingt es heutzutage den meisten Menschen, ihre Gehfähigkeit wieder zu erlangen.

Die frühe Rehabilitation hilft den meisten schnell wieder auf die Beine zu kommen und den Alltag wie vor der Operation zu meistern. Einige Patienten können nach einer Hüftfraktur sehr schnell wieder nach Hause entlassen werden. Andere benötigen eine stationäre Rehabilitation, bevor sie wieder in die vertraute Umgebung zurückkehren können.

Dieser Ratgeber soll die Ratschläge der behandelnden Ärzte, Pflegemitarbeiter und Therapeuten ergänzen. Diese Broschüre beruht auf der Erfahrung in der Behandlung von mehreren Hundert älteren Menschen nach einem Bruch des Hüftgelenkes. Die Autoren arbeiten seit Jahren in der Chirurgie und der Rehabilitation älterer Menschen als Ärzte, Krankengymnasten und Ergotherapeuten.

Weitere Informationen erhalten Sie direkt beim Verlag. Hier können Sie diese Broschüre auch bestellen. Grössere Auflagen mit individuell gestalteter Titelseite (z.B. für Krankenkassen, Kliniken, Therapiezentren, Praxen, Altersheime) sind möglich.

Einführung


Die Hüftfraktur ist eine der häufigsten Verletzungen älterer Menschen in Deutschland. Jedes Jahr erleiden fast 100.000 Menschen einen Bruch des Hüftgelenkes. Damit zählen Hüftfrakturen zu den wichtigsten Gründen in ein Krankenhaus aufgenommen zu werden. Noch vor 20 Jahren galt eine Hüftfraktur oft als der Anfang vom Ende. Durch die Verbesserungen in der Behandlung gelingt es heutzutage den meisten Menschen, ihre Gehfähigkeit wieder zu erlangen. Einen wichtigen Beitrag leistet die Chirurgie. Durch moderne Operationsverfahren und Narkosetechniken können auch Hundertjährige sicher operiert werden. Früher führten zum Beispiel Thrombosen dazu, daß viele ältere Menschen nach einer Hüftfraktur an einer tiefen Beinvenenthrombose oder an einer Lungenembolie mit oft tödlichem Ausgang erkrankten. Dies ist durch die Einführung der modernen Heparine sehr selten geworden. Die frühe Rehabilitation hilft den meisten schnell wieder auf die Beine zu kommen und den Alltag wie vor der Operation zu meistern.

Einige Patienten können nach einer Hüftfraktur sehr schnell wieder nach Hause entlassen werden. Andere benötigen eine stationäre Rehabilitation, bevor sie wieder in die vertraute Umgebung zurückkehren können. Im Behandlungsverlauf ergeben sich einige Fragen. Gerade vor der Entlassung nach Hause gibt es manches zu besprechen. Daher möchten wir Ihnen mit dieser Broschüre und Ihrer Familie helfen, sich darauf vorzubereiten und Ihnen einige Ratschläge zum Nachlesen auf den Weg mitgeben. Dieser Ratgeber soll die Ratschläge der behandelnden Ärzte, Pflegemitarbeiter und Therapeuten ergänzen.

Diese Broschüre beruht auf der Erfahrung in der Behandlung von mehreren Hundert älteren Menschen nach einem Bruch des Hüftgelenkes. Die Autoren arbeiten seit Jahren in der Chirurgie und der Rehabilitation älterer Menschen als Ärzte, Krankengymnasten und Ergotherapeuten.

Die häufigsten Probleme, die auftreten, wenn Sie nach Hause kommen, werden in dieser Broschüre besprochen. In dieser Broschüre ist der Ansprechpartner der Sie behandelnden Klinik genannt. Zusätzlich können Sie sich selbstverständlich mit all Ihren Fragen an Ihren Hausarzt wenden. Zusätzliche Beratungsmöglichkeiten gibt es bei Ihrer Krankenkasse oder einer Sozialstation.

Die Hinweise für die Übungen und Verhaltensweisen gelten in der Regel ab der 4 - 6. Woche. In jedem Fall ist mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten zu besprechen, ob für Ihre Situation eine Ausnahme gemacht werden kann oder muß!

 


Heilungsverlauf


Es ist nicht ungewöhnlich, wenn in den ersten Wochen nach einer Hüftfraktur noch Schmerzen vorhanden sind. Dies ist durch die Wundheilung im Bereich des Wundschnittes und die Knochenheilung erklärt. Der Sie behandelnde Arzt wird überprüfen, ob die Heilung wunschgemäß abläuft. Falls Sie noch Schmerzen haben, werden Ihnen Schmerzmittel verordnet, so daß der Schmerz auf jeden Fall erträglich sein sollte. Die Schmerzmittel sollten Ihnen ermöglichen, Ihre Gehfähigkeit schnell wieder zu erlangen. Sie sollten die Schmerzmittel regelmäßig einnehmen und nicht erst dann, wenn der Schmerz schwer oder gar unerträglich geworden ist. Die Menge der erforderlichen Schmerzmittel ist von Person zu Person sehr unterschiedlich.

 

 

Thrombosevorbeugung


Um dem Risiko einer Thrombose vorzubeugen, wird am Anfang bei fast allen Patienten Heparin gegeben. Dieses Arzneimittel wird unter die Haut gespritzt und gewährleistet so auch bei völliger Ruhigstellung einen wirksamen Schutz vor Thrombosen. Achten Sie unbedingt darauf, daß Sie sich selbst jeden Tag eine Spritze geben oder z.B. durch Ihren Hausarzt bzw. den Pflegedienst geben lassen. Nur wenn keine Spritze ausgelassen wird, ist ein zuverlässiger Thromboseschutz gewährleistet. Falls Sie sich selbst keine Spritze geben möchten, gibt es niedermolekulares Heparin heute auch in einem Pen mit versteckter Nadel, mit dem die Injektion völlig schmerzfrei vorgenommen werden kann. In der Regel wird die Thromboseprophylaxe für einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen nach der Operation durchgeführt. Neben der Heparin-Gabe ist als zusätzliche Vorbeugungsmaßnahme eine mechanische Förderung der Blutzirkulation sinnvoll. Dies kann mit Kompressionsstrümpfen erzielt werden. Außerdem sollte sich jeder Patient, sobald der Arzt es erlaubt, frühzeitig bewegen. Denn nichts fördert die Entstehung einer Thrombose mehr als lange Bettlägerigkeit. Darüber hinaus ist auf ausreichendes Trinken zu achten.

 

Hilfen für zu Hause


Das Ziel ist es, daß Sie möglichst bald nach dem Hüftbruch wieder sicher auf die Beine kommen. Am Anfang ist dazu meist Hilfe und Unterstützung erforderlich. Viele Patienten benötigen am Anfang noch einen Gehwagen. Nach kurzer Zeit ist es möglich, auf den Gehwagen zu verzichten und mit einem Gehstock und schließlich ganz ohne Gehhilfe zu gehen. Falls erforderlich, wird eine Gehhilfe von der Klinik für Sie verordnet.

Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Krankenpflegemitarbeiter haben Ihnen gezeigt, wie man den Alltag wieder bewältigen kann. Manchmal ist es sinnvoll, vor der Entlassung mit Ihnen gemeinsam einen Besuch in Ihrer Wohnung durchzuführen. So kann man vor der Entlassung überlegen, wie die Wohnung noch sicherer und praktischer gestaltet werden kann.


Nicht selten werden Sie anfangs noch Hilfe bei den Einkäufen und bei der Hausarbeit benötigen. Wenn Sie keine Hilfe durch die Familie oder Nachbarn haben, wird der Sozialdienst Sie darin unterstützen, dies zu organisieren. Zusätzlich kann eine Pflegestation beauftragt werden, falls Sie beim Waschen und Anziehen noch Hilfe benötigen. Ihr Behandlungsteam wird prüfen, ob Sie zu Hause noch Krankengymnastik und Ergotherapie benötigen. Das Ziel ist es, daß Sie alles wieder ausführen können, was Sie auch vor der Operation bewältigen konnten.
Es ist möglich, daß Sie in den ersten Tagen, wenn Sie nach Hause kommen, noch müde sind. Dies kommt daher,da Sie sich in der häuslichen Umgebung wieder hauptsächlich selber versorgen. Die Lebensgeister werden aber bald zurückkehren. Wenn das Gefühl der Müdigkeit länger anhält, sollten Sie dies mit Ihrem Hausarzt besprechen.

Sturzvermeidung


Sie sollten darauf achten, daß der Boden nicht zu rutschig ist. Teppiche sollten mit einer ent- sprechenden Unterlage befestigt werden. Teppichbrücken sollten vermieden werden, da man darüber stolpern kann. Gegebenenfalls sollten Türschwellen entfernt werden. Achten Sie darauf, daß keine Kabel lose durch den Raum verlegt sind.

Die Wege in Ihrer Wohnung sollten so sein, daß ausreichend Platz zwischen den Möbeln ist, um sich auch mit einer Gehhilfe sicher zu bewegen.

 

Beleuchtung
Sie sollten eine ausreichend helle, aber nicht blendende Beleuchtung in Ihrem Haushalt haben. Besonders wichtig ist dies im Bereich der Treppen und auf dem Weg vom Schlafzimmer ins Badezimmer. Die Lichtschalter sollten gut erreichbar sein. Insbesondere ein Nachtlicht sollte vom Bett gut erreichbar sein. Durch Bewegungsmelder können Lichtquellen nachts auch ohne Betätigung des Schalters geschaltet werden. Hierbei berät Sie ein Elektrogeschäft.

 

Badezimmer
Sie sollten eine Badematte in der Badewanne oder der Dusche anbringen. Handgriffe haben sich sowohl im Bereich der Dusche als auch im Bereich der Toilette sehr bewährt. Wasserpfützen sollten gründlich aufgewischt werden.

 

Küche
Ihre täglichen Gebrauchsgegenstände sollten leicht erreichbar sein. Dies betrifft die Schränke. Das Porzellan sollte nicht zu hoch stehen. Ein Küchenwagen zum Transportieren von Lebensmitteln und Geschirr ist günstiger als das Hin- und Hertragen der Gegenstände.

 

Treppen
Diese sollten, wenn möglich, auf beiden Seiten einen Handlauf haben. Die erste und die letzte Treppenstufe sind die größten Gefahrenquellen